Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit - diese Forderungen sind meine ständigen Wegbegleiter seit ich politisch aktiv bin.

Auf dem langen Marsch zur gleichberechtigten Teilhabe in Gesellschaft, Politik und Beruf hat meine Frauengeneration viel erreicht. Wir konnten an die Kämpfe und Erfolge unserer Großmütter anknüpfen.

Im Jahr 2009 feiern wir 40 Jahre Frauenwahlrecht, 60 Jahre Grundgesetz mit Artikel 3 Absatz 2 und 50 Jahre Gleichstellungsgesetz.

Es gibt aber noch viel zu tun!

 

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Frauen sind auf dem Vormarsch: Sie sind hervorragend ausgebildet, seit 2000 steigt die Zahl der erwerbstätigen Frauen stetig. Dennoch sind wir von Geschlechtergerechtigkeit beim Lohn weit entfernt. Es gibt immer noch gravierende Lohnunterschiede (momentan im Durchschnitt 23 Prozent), kaum Frauen in Führungspositionen, dafür umso mehr in Minijobs und in traditionell niedrig bezahlten Bereichen. Nur mit gesetzlichen Regelungen können wir hier weiterkommen. Wer wie die Union auf freiwillige Verpflichtungen der Privatwirtschaft setzt, gibt sich mit dem Status quo zufrieden. Das tue ich nicht, denn es gibt noch viel zu tun!

Frauen und Männer müssen die gleichen Aufstiegschancen haben. Deshalb fordere ich die Einführung einer Frauenquote von 40 Prozent in Aufsichtsgremien. Die dortige Männerdominanz ist ein Grund für die ungerechte Bezahlung von Frauen und ihre Benachteiligung bei der Besetzung von Führungspositionen. Ich will, dass gleichwertige Arbeit gleich entlohnt wird! In verschiedenen Branchen hat die SPD bereits die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns erreicht. Aber das genügt noch nicht. Ich will einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Vor allem Frauen in traditionellen Niedriglohnberufen profitieren davon.

Auch in der Politik sind wir Frauen immer noch unterrepräsentiert. Das müssen wir ändern! Als engagierte Politikerin liegt mir viel daran, diese "Männerdomäne" endgültig aufzubrechen und Frauen für Politik zu gewinnen. Deshalb engagiere ich mich im Mentoringprogramm der Jusos und der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen.

Familienpolitik ist Gleichstellungspolitk

Frauen wollen ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten. Und das bedeutet für die allermeisten: berufstätig zu sein und Familie zu haben.
Dafür tun Frauen viel, investieren viel Zeit, Energie und Geld in ihre Ausbildung. Sie sind aber nach wie vor diejenigen, die den Großteil der Kindererziehung, der Pflege von Angehörigen und das bürgerschaftliche Engagement schultern.
Frauen sind Leistungsträgerinnen in unserer Gesellschaft und brauchen den Staat an ihrer Seite zur Bewältigung der Familienarbeit.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wenn es um Beruf und Familie geht, dann gilt der Spruch:
Der Mann hat die Familie im Rücken, die Frau hat sie im Nacken.

Ich setze gemeinsam mit der SPD auf eine partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit zwischen Frau und Mann. Um das zu erreichen, hat die SPD-Bundestagsfraktion schon einiges auf den Weg gebracht. Dazu gehören finanzielle Hilfen, aber auch verbesserte Rahmenbedingungen für Familien, wie Elternzeit, Elterngeld, Betreuungsangebote.

Dank des Elterngelds nehmen immer mehr Väter eine Familienauszeit. Das Ganztagsschulprogramm und das Tagesbetreuungsausbaugesetz sorgen für immer mehr verlässliche Betreuung. Eine gute Ganztagsbetreuung liegt mir aus eigener Erfahrung besonders am Herzen: Dass ich es geschafft habe, gleichzeitig in meinem Beruf etwas zu bewegen und meine Tochter nach Kräften zu fördern, verdanke ich auch der Kindertagesstätte Rasselbande e.V., die ich 1983 in Stuttgart gemeinsam mit anderen Eltern gegründet habe. Deshalb will ich einen weiteren Ausbau der Ganztagsplätze und Beitragsfreiheit in den Kitas.